Der Prozess „DBSV 2030 – Gemeinsam gestalten, Zukunft bewegen“ ist weiterhin in vollem Gang. Beim Verbandstag wurde in kurzen Impulsen über den aktuellen Stand der Arbeitsfelder, die der Prozess umfasst, berichtet. Dazu zählen Corporate Design, Kontaktmanagement und Ehrenamt. Eine Überraschung gab es beim Thema „Mitglieder gewinnen“. Zum Abschluss hielt DBSV-Präsident Hans-Werner Lange eine „Ruckrede“.
Einheitlich auftreten: Corporate Design
Im ersten Impulsvortrag zum Prozess „DBSV 2030“ informierte beim Verbandstag der Pressesprecher des DBSV, Volker Lenk, über den aktuellen Stand des inzwischen nicht mehr ganz so neuen Corporate Designs des Verbands.
Ziel ist es, den Auftritt des DBSV, der Landesvereine und von Blickpunkt Auge, etwa beim Logo, zu vereinheitlichen. Neu ist beispielsweise das Rasterauge, das den Stockgänger ablöste. Seit Januar 2023 wird das neue Corporate Design schrittweise umgesetzt.
Inzwischen nutzen 18 der 19 Landesvereine das neue Erscheinungsbild. Auch bei den Internetauftritten, der Geschäftsausstattung und den Broschüren wurden große Fortschritte erzielt, sagte Lenk. Positiv bewertet werden die modernere Außenwirkung, der höhere Wiedererkennungswert und die bereitgestellten Vorlagen. Herausforderungen bleiben unter anderem die Kosten der Umstellung und die Einführung in den Untergliederungen.
Zwar sei das Ziel einer vollständigen Einführung bis 2026 noch nicht erreicht, fasste DBSV-Geschäftsführer Andreas Bethke abschließend zusammen, der Verband sehe sich jedoch auf einem guten Weg.
Kontakte besser nutzen, Netzwerke schaffen
„Kontakte nutzen, Beratung finanzieren – Die Bausteine Kontaktmanagement und Geld“: So war der zweite Impuls überschrieben. Im Gespräch mit Thomas Krämer erläuterte Andreas Bethke, dass große Chancen in den bestehenden Netzwerken liegen: Rund 25.000 Mitglieder in den Vereinen des DBSV, etwa 20.000 Kontakte durch das Beratungsangebot „Blickpunkt Auge“ und 38.000 Kontakte aus Veranstaltungen böten ein wertvolles Potenzial. Diese Verbindungen sollen künftig gezielter genutzt werden.
Eine Arbeitsgruppe hat sich damit beschäftigt, wie Daten besser zusammengeführt und nutzbar gemacht werden können. Dabei zeigte sich: Die rund 200 Beratungsstellen von Blickpunkt Auge arbeiten aktuell mit unterschiedlichen technischen Lösungen. Gesucht wird deshalb ein gemeinsamer Weg, der eine einfache Datenerfassung ermöglicht, ohne zusätzlichen Aufwand für die Beteiligten zu schaffen.
Vertrauen sei dabei die wichtigste Grundlage. Nur durch Zusammenarbeit könnten nachhaltige Lösungen entstehen, sagten die Gesprächspartner.
Auch beim Fundraising sollen künftig Aufgaben stärker verteilt und gemeinsam getragen werden. Ein „Netzwerk der Willigen“ soll engagierte Partner zusammenbringen, um neue Wege zu entwickeln.
„Fit fürs Ehrenamt“: Unterstützung für Aktive
Ob im lokalen Bereich, in den Fachgruppen oder auf politischer Ebene – überall wird die Verbandsarbeit von Ehrenamtlichen getragen. Im Prozess „DBSV 2030“ hat sich der DBSV auch vorgenommen, dieses Engagement gezielt zu fördern. Dafür wurde 2025 das Projekt „Fit fürs Ehrenamt“ ins Leben gerufen. Reiner Delgado und Hannah Reuter vom DBSV sprachen in ihrem Impuls darüber.
„Fit fürs Ehrenamt“ qualifiziert Ehrenamtliche in Leitungsfunktionen. Drei Jahre lang können sie sich kostenlos fortbilden. Nach dem „Buffetprinzip“ suchen sie sich Workshops aus, die sie für ihre Arbeit brauchen, zum Beispiel Vereinskommunikation, Fördermittelakquise, Selbst- und Stressmanagement, Barrierefreiheit und vieles mehr.
„Ich habe mich bei ,Fit fürs Ehrenamt‘ über die strukturierte Unterstützung gefreut“, erzählte der ehemalige Teilnehmer Johannes Sperling, als das Projekt beim Verbandstag vorgestellt wurde.
Insgesamt sei sie sehr zufrieden mit dem Angebot, sagte die Projektkoordinatorin Hannah Reuter. Das Projekt dauert bis Ende 2027.
Per Online-Beitrittsformular einfach Mitglied werden
Ein bundesweit einheitliches Online-Beitrittsformular macht es Interessierten künftig leichter, schnell und barrierefrei Mitglied bei einem Landesverein des DBSV zu werden. Den neuen Aufnahmeprozess stellten DBSV-Geschäftsführer Andreas Bethke, Pressesprecher Volker Lenk und Reiner Delgado vom Jugendreferat in ihrem Impuls vor.
Es war einer der Höhepunkte des Verbandstags, als Giorgos Papazoglou, per Video zugeschaltet, live dem Blinden- und Sehbehindertenverband Brandenburg beitrat. Die Delegierten klatschten begeistert, als sie sahen und hörten, dass der Online-Beitritt funktionierte.
Auf der neuen Beitrittsseite muss zunächst die eigene Postleitzahl eingegeben werden. So erfolgt die Zuordnung zum entsprechenden Landes- oder Ortsverein. Im Anschluss ist das Online-Beitrittsformular auszufüllen, das Name, Geburtstag und Kontaktdaten abfragt. Mit einem Klick auf den Button „Absenden“ wird die Beitrittserklärung dem jeweils zuständigen Landes- oder Ortsverein übermittelt.
Der digitale Weg zur Mitgliedschaft bietet zusätzliche Einsatzmöglichkeiten und wird über verschiedene Kommunikationskanäle beworben werden. Unter anderem soll auf DBSV-Webseiten der Button „Mitglied werden“ integriert werden.
Gemeinsam in die Zukunft: 2030 und darüber hinaus
Eine „Ruckrede“ zum Thema „DBSV 2030 und darüber hinaus“ von DBSV-Präsident Hans-Werner Lange stand mit dem fünften und abschließenden Impuls auf dem Programm. Lange schwor die Delegierten auf gemeinsames Anpacken in schwierigen Zeiten ein.
„Wir wollen mit Ihnen gemeinsam Dinge verändern“, sagte er. Aufgabe sei es, „dass wir alles, was wir leisten können, auch versuchen“. Er bat darum, manchen Argwohn einmal außen vor zu lassen.
„An Mut hat es uns in der Selbsthilfe noch nie gefehlt“, fuhr Lange fort. „Doch es kommen schwierige Zeiten auf uns zu.“ Als ein Beispiel nannte er den Mitgliederschwund, dem es gelte entgegenzusteuern.
Der Prozess „DBSV 2030“ sei mit dem Jahr 2030 nicht abgeschlossen. Es sei bereits jetzt Zeit, sich über 2040 Gedanken zu machen. Der Präsident erinnerte an die Entscheidungsfreiheit der Vereine, rief jedoch zugleich zum Zusammenhalt als Verband auf, indem er sagte: „Sie sind frei, und das soll auch so bleiben. Aber wir sollten alles versuchen, die Zukunft so zu gestalten, dass wir als Organisation zukunftsfähig bleiben!“
Schwerpunktthema: Verbandstag 2026
Delegierte aus 19 Landesvereinen und vielen korporativen Mitgliedsorganisationen trafen sich im Juni in Berlin zum Verbandstag. Das höchste Gremium des Verbands kommt alle vier Jahre zusammen, wählt ein neues Präsidium, beschließt Satzungsänderungen und entscheidet über Leitlinien und Grund-sätze für die künftige Verbandsarbeit. Wer gewählt und was beschlossen wurde, ist Thema des Schwerpunkts dieser Ausgabe.
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