Louis Braille Festival 2024: Im Mittelpunkt die Liebe

· Ute Stephanie Mansion

Am Sonntag des Louis Braille Festivals 2024 wurde ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert.

Die Oberkirchenrätin Annette Noller steht im schwarzen Talar am Rednerpult. Sie hat glatte, graue Haare und eine schwarze Brille Auf einem Altar links im Bild stehen ein Holzkreuz und eine weiße Kerze. Dahinter in mehreren Reihen die Mitglieder des Chors.
Die Oberkirchenrätin Annette Noller steht im schwarzen Talar am Rednerpult. Sie hat glatte, graue Haare und eine schwarze Brille Auf einem Altar links im Bild stehen ein Holzkreuz und eine weiße Kerze. Dahinter sitzen in mehreren Reihen die Mitglieder des Chors.  ·  Bild: DBSV/Reiner Pfisterer

Am Abend zuvor war noch gerockt und getanzt worden im Schillersaal der Liederhalle in Stuttgart – am Morgen danach wurde dort ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert, traditionell ein Bestandteil des Sonntagmorgen-Programms beim Louis Braille Festival.

In breiten Stuhlreihen nahmen die Besucherinnen und Besucher Platz, und wer sehen konnte, hatte einen Blick auf die Bühne, auf der Oberkirchenrätin Dr. Annette Noller und Diözesancaritasdirektor Oliver Merkelbach den Gottesdienst gemeinsam gestalteten. Die Beschreibungen von Tomke Koop von „HörMal Audiodeskription“ vermittelten auch nichtsehenden Gästen einen Eindruck des Raums.

Als der melancholische Popsong „The Rose“ zu Beginn erklang, vorgetragen von einem Chorsänger, wurde es allmählich ruhiger im Saal. Und das Thema des Gottesdienstes war gesetzt: die Liebe. Es wurde in Lesungen und Liedern, Predigt und Fürbitten aufgegriffen. Noller zitierte und interpretierte die oft bei Hochzeiten gesprochenen Worte des Apostels Paulus, der, wie sie meinte, eine Sternstunde gehabt haben musste, als er sie schrieb:

„Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. (…) Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf (…)“ (Korinther 13)

Paulus habe damit zur Beendigung eines Konflikts in der Gemeinde der Korinther beitragen wollen. Noller bezog seine Worte auf heutige Situationen und auf die Liebe im menschlichen Miteinander generell. „Ohne Liebe fehlt die Seele“, sagte sie und nannte als ein Beispiel Pflege, wenn sie nur darauf abziele, Menschen „satt und sauber“ zu machen.

Das Bild zeigt Oliver Merkelbach, Diözesancaritasdirektor vom Caritasverband Rottenburg-Stuttgart beim Gottesdienst. Er hat eine Glatze, trägt eine schwarze Brille und ein weißes Hemd, darüber ein gewebtes Tuch mit grün-weiß-blauem Muster. Er lächelt.
Das Bild zeigt Oliver Merkelbach, Diözesancaritasdirektor vom Caritasverband Rottenburg-Stuttgart beim Gottesdienst. Er hat eine Glatze, trägt eine schwarze Brille und ein weißes Hemd, darüber ein gewebtes Tuch mit grün-weiß-blauem Muster. Er lächelt. · DBSV/Reiner Pfisterer
Ein Mann mit Brille sitzt im Publikum und hält ein Blatt Papier vor sich. Darauf lassen sich mehrere Zeilen Schrift erkennen. Er scheint mitzusingen. Um ihn herum sitzen weitere Menschen.
Ein Mann mit Brille sitzt im Publikum und hält ein Blatt Papier vor sich. Darauf lassen sich mehrere Zeilen Schrift erkennen. Er scheint mitzusingen. Um ihn herum sitzen weitere Menschen. · DBSV/Reiner Pfisterer

Musikalisch gestalteten den Gottesdienst die inklusive Band der Nikolauspflege „Human Aliens“ und der Chor des Evangelischen Blinden- und Sehbehindertendienstes Württemberg. Taizé-Lieder wie „Ubi caritas et amor“ und „Meine Hoffnung und meine Freude“ kamen bei den Besucherinnen und Besuchern gut an, und sie sangen sie gern mit.

Schwerpunktthema Das Louis Braille Festival 2024

Musik, Stimmengewirr, Lachen – schon die Geräuschkulisse spiegelte die Vielfalt der Aktionen, die fröhliche Stimmung und die zahllosen Begegnungen beim Louis Braille Festival (LBF) Anfang Mai in Stuttgart wider. Mehr als 5.000 Besucherinnen und Besucher machten mit bei Workshops, Sport und Spiel, hörten Lesungen und Konzerte, genossen die großen Shows, probierten Dinge aus, lernten etwas, tanzten und knüpften Kontakte. Manche hätten gern länger als drei Tage gefeiert.

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