Menschen mit Behinderung im Homeoffice

„Menschen mit Behinderungen im Homeoffice – Erleichterung für die Inklusion?“ So lautet der Titel eines Berichts, den Christiane Flüter-Hoffmann und Patricia Traub vom Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) vorgelegt haben. Der Bericht stellt die Lage in Deutschland denen in einigen angelsächsischen Ländern gegenüber.

Der Bericht stellt fest: Während der Covid-19-Pandemie stieg weltweit die Zahl der Menschen, die im Homeoffice arbeiten, rapide an, bei Menschen mit Behinderungen jedoch weniger stark als bei Menschen ohne Behinderungen.

Homeoffice bietet Erleichterungen

Bei den Erwerbstätigen ohne Behinderung stieg der Anteil von 12,9 Prozent im ersten Pandemiejahr 2020 auf 20,9 Prozent. Bei den Erwerbstätigen mit Behinderung stieg er von 9,4 Prozent auf 16,5 Prozent.

Die Autorinnen sehen in der Möglichkeit zum Homeoffice Erleichterungen für Menschen mit Behinderung, da der Arbeitsweg teilweise wegfalle, die Arbeitszeit und die Pausen flexibler gestaltet werden und zum Beispiel Therapien „zwischendurch“ in Anspruch genommen werden können. Wichtig seien für Beschäftigte mit und ohne Behinderungen die empirisch belegten Erfolgsfaktoren für gelingendes Homeoffice: Informationsfluss, Führungsqualität, technische Ausstattung, Ergonomie und Raumumgebungsqualität sowie digitale Kompetenz der Beschäftigten selbst.

Alternativen zum Homeoffice

Als Risiko betrachten Flüter-Hoffmann und Straub den fehlenden persönlichen Kontakt zu Teammitgliedern und Vorgesetzten. Eine „echte Alternative“ zum Büroarbeitsplatz und zum Homeoffice könnten die sogenannten Third places („Dritte Orte“) sein: soziale Begegnungsstätten wie Bibliotheken oder Gemeindezentren außerhalb der familiären und der beruflichen Umgebung, die als Arbeitsort genutzt werden können. Diese Dritten Orte wären insofern hilfreich, weil dadurch einerseits das Pendeln reduziert würde, andererseits der soziale Austausch mit anderen Personen stattfinden könne.

Der 88-seitige Bericht ist als PDF von der Website des IW Köln herunterladbar.

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