Schlafmangel: Ein Risiko für Augenerkrankungen
Die Augen reagieren sensibel auf unruhige Nächte. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass sowohl die Dauer als auch die Qualität des Schlafs mit der Sehleistung sowie häufigen altersabhängigen Augenerkrankungen zusammenhängen. Besonders ungünstig wirken sich dauerhaft zu kurze oder stark gestörte Nächte aus. Die Stiftung Auge teilt mit, welche Folgen das für die Augengesundheit haben kann und wie sich die Augen aktiv schützen lassen.
Während der nächtlichen Ruhephasen laufen im Auge wichtige biologische Prozesse ab. Der Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflusst unter anderem die Versorgung der Netzhaut, die Befeuchtung der Augenoberfläche und die Regulation des Augeninnendrucks. Besonders aktiv ist das Auge während des sogenannten REM-Schlafs, der Phase intensiven Träumens.
Es ist möglich, dass die ruckartigen Augenbewegungen in dieser Phase helfen könnten, Stoffwechselprodukte aus der Netzhaut abzutransportieren. Das ist wichtig für die Funktionsfähigkeit lichtempfindlicher Zellen. „Schlaf ist für das Auge keine Pause, sondern eine aktive Erholungsphase“, sagt Prof. Dr. Frank G. Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn und Vorsitzender der Stiftung Auge. Werden diese nächtlichen Regenerationsprozesse gestört, kann das Folgen haben.
Ein stark gestörter Schlafrhythmus kann beispielsweise Prozesse wie den Glukosestoffwechsel stören, wodurch die Anfälligkeit für Diabetes mellitus erhöht wird. Das wiederum begünstigt Augenerkrankungen wie die diabetische Retinopathie.
Ungünstige Schlafmuster erhöhen das Risiko für altersabhängige Augenerkrankungen wie den Grauen Star, Glaukom oder diabetischen Netzhautschäden. Forschenden zufolge hat sich gezeigt, dass rund sieben Stunden Schlaf pro Nacht mit dem geringsten Erkrankungsrisiko verbunden sind.
Behindertenbeauftragte geben Celler Erklärung ab
Die Konferenz der Beauftragten von Bund und Ländern für Menschen mit Behinderungen (KBB) hat ein weiteres Positionspapier veröffentlicht. Es trägt den Titel „Europa in die Pflicht nehmen: Inklusion ist ein Menschen-recht – Bewusstseinsbildung strategisch verankern und umsetzen“. Darin fordert die KBB die Institutionen der Europäischen Union auf, die Umsetzung von Inklusion auf EU-Ebene deutlich zu stärken. Das Treffen der KBB fand im April in Celle statt; darum wurde die Stellungnahme auch unter dem Namen „Celler Erklärung“ veröffentlicht.
Die Celler Erklärung umfasst konkrete Forderungen wie eine verbindliche Rechtsdurchsetzung, die Entwicklung einer EU-weiten Strategie zur Bewusstseinsbildung sowie die konsequente Einbindung von Organisationen von Menschen mit Behinderungen.
Die Lebenswirklichkeit von Menschen mit Behinderungen in der EU bleibe hinter den Maßstäben der UN-Behindertenrechtskonvention zurück. Gesetzliche Regelungen in der EU und ihren Mitgliedstaaten entsprächen noch immer nicht den Anforderungen der Konvention.
„Die gesetzlichen Rahmenbedingungen existieren, aber sie entfalten nur Wirkung, wenn diejenigen, die sie umsetzen sollen, über das nötige Bewusstsein und Wissen verfügen“, betont Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen.
Die niedersächsische Landesbehindertenbeauftragte, Annetraud Grote, meint: „Wir sehen engagierte Akteurinnen und Akteure, aber auch große Lücken auf EU-Ebene. Die Celler Erklärung soll ein Impuls sein, diese Lücken endlich systematisch zu schließen.“
Die Celler Erklärung wurde politisch Verantwortlichen auf EU-Ebene übermittelt.
Mit Behinderung beruflich ins Ausland
Menschen mit Behinderungen, die gern mal im EU-Ausland arbeiten würden, können sich nun online über die Regelungen vor Ort informieren. Das Projekt EURES macht es möglich. EURES steht für European Employment Services. Es ist als Kooperation zwischen der Bundesagentur für Arbeit und der European Labour Authority (ELA) unter Beteiligung der Arbeitsverwaltungen in Europa entstanden.
Im EURES-Portal sind unter der Kategorie Lebens- und Arbeitsbedingungen Informationen zu Unterstützungsangeboten zu finden. Dort erfährt man zum Beispiel, welche Stellen in Schweden für die Anerkennung der Behinderung zuständig sind oder wie Menschen mit Behinderungen gefördert werden. Zudem werden Unterstützungsmöglichkeiten für Arbeitgeber genannt, und es gibt Kontaktdaten zu den wichtigsten Anlaufstellen sowie Informationen über den Alltag.
Ähnliche Info-Pakete bietet die Plattform für alle Länder der EU sowie für Island und die Schweiz.
Mehr Informationen auf Deutsch, Englisch, Französisch und in der jeweiligen Landessprache gibt es online.
BAG Selbsthilfe wählte neuen Vorstand
Die Mitgliederversammlung der BAG Selbsthilfe hat einen neuen Vorstand gewählt und richtungsweisende Beschlüsse gefasst. Zum neuen Bundesvorsitzenden wurde Rolf Flathmann gewählt. Er ist seit 2010 stellvertretender Vorsitzender der Bundesvereinigung Lebenshilfe.
Als stellvertretende Vorsitzende unterstützen künftig Sonja Arens (1. Stellvertretung) und Gerlinde Bendzuck (2. Stellvertretung) die Arbeit des Verbands. Arens ist Landesbeauftragte der Deutschen Morbus Crohn/Colitis ulcerosa-Vereinigung. Bendzuck ist Vorstandsmitglied und Vizepräsidentin der Deutschen Rheuma-Liga. Die langjährige Vorsitzende der BAG Selbsthilfe, Hannelore Loskill, wurde zur Ehrenvorsitzenden ernannt.
Darüber hinaus wurde auf der Versammlung der neue Wertekompass der BAG Selbsthilfe verabschiedet. Dieses Grundsatzdokument definiert zentrale Leitlinien und Werte der Interessenvertretung behinderter Menschen und dient künftig als Orientierung für die Verbandsarbeit.
Vortrag zu Augenärzten im Nationalsozialismus
Was geschah mit Menschen mit Sehbehinderung im Nationalsozialismus? Welche Rolle spielten Augenärzte zwischen medizinischer Begutachtung und Mitwirkung an einem Unrechtssystem? Zu diesem Thema hält der israelische Historiker Professor Oded Heilbronner einen Vortrag in der Blindeninstitutsstiftung in Würzburg. Der Titel lautet: „More than meets the eye – Augenärzte, Menschen mit Sehbehinderung, Zwangssterilisation und Erbgesundheitsgeschichte in der NS-Zeit.“
Im Mittelpunkt steht ein bislang wenig beleuchtetes Kapitel der Medizingeschichte. Der Abend ist auch Ausdruck einer lebendigen Erinnerungskultur an die Opfer von Zwangssterilisationen im Blindeninstitut während des Nationalsozialismus.
Vortrag „More than meets the eye“
8. Juli 2026, 18:30 Uhr
Blindeninstitutsstiftung
Ohmstraße 7, 97076 Würzburg
Analyse: Die AfD und Menschen mit Behinderung
Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat eine Analyse herausgegeben, in der die Haltung der AfD zu Menschen mit Behinderungen untersucht wird. Hendrik Cremer ist der Verfasser der Analyse mit dem Titel „Die AfD – eine Gefahr für Menschen mit Behinderungen“.
Der Autor hat Beispiele für die Abwertung von Menschen mit Behinderungen durch die AfD zusammengestellt und untersucht. In einem weiteren Teil seiner Analyse geht es um die fortgeschrittene Radikalisierung der Partei.
Cremer kommt zu dem Schluss, dass die AfD sich seit ihrer Gründung 2013 fortlaufend radikalisiert hat und ein Ende dieses Radikalisierungsprozesses nicht abzusehen ist. Die AfD habe sich zu einer rechtsextremen und damit verfassungsfeindlichen Partei entwickelt, die darauf abziele, die Gültigkeit der Menschenrechte und den Rechtsstaat in Deutschland abzuschaffen.
Ausflug zur Sonne: Planetenlehrpfad in Wedel
Der Planetenlehrpfad in Wedel, Schleswig-Holstein, feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Auf rund sechs Kilometern entlang des Deichs zwischen Wedel und Hetlingen lädt er dazu ein, unser Sonnensystem im Maßstab 1:1 Milliarde zu entdecken. Zehn Planetenstationen stehen zum Anschauen und Ertasten bereit.
Die Idee zu dem Lehrpfad hatten Volker König, selbst blind, und seine Frau Marie-Luise. Die Bronzetafeln des Pfads sind mit Braille und erhabener Schrift ausgestattet. Die Stadt Wedel bietet auch Führungen dazu an.
Die nächsten Termine zum Planetenlehrpfad sind am Samstag, 11. Juli, (Wanderung), Sonntag, 12. Juli (Radtour) und am Mittwoch, 12. August (Wanderung).
Anfragen für Sondertermine, Touren und Führungen beantwortet Alexander Fröschke, Tel.: 0 41 03 / 70 77 09
E-Mail: alexander.froeschke@wedelmarketing.de
Europameisterschaften im Para-Judo in Heidelberg
Die Para-Judo-Europameisterschaften finden vom 14. bis zum 16. August in Heidelberg statt. Erwartet werden über 120 Athletinnen und Athleten aus rund 20 Nationen. Bundestrainerin Carmen Bruckmann hofft auf deutsche Medaillen und ein starkes Nachwuchsteam.
Während Paris-Bronzemedaillengewinner Lennart Sass, blind, und Isabell Thal, sehbehindert, um Medaillen oder gar den Titel mitkämpfen wollen, soll die jüngere Generation beim Heimspiel Erfahrungen sammeln.
Sass setzte sich beim Grand Prix im Para-Judo 2024 in Heidelberg in seiner Klasse durch. „Der Grand Prix 2024 war schon ein Highlight für mich an meinem Wohn- und Trainingsort“, sagt der 26-Jährige. „Jetzt freue ich mich auf die EM und ein starkes Event, bei dem ich meinen Titel verteidigen möchte.“
Ausgetragen werden die Kämpfe im SNP dome Heidelberg, der 2021 erbaut wurde, barrierefrei sein soll und mehr als 4.000 Gästen Platz bietet. In Heidelberg befindet sich Deutschlands erstes Bundesleistungszentrum im Para-Judo.