„Gestalter mit Herzblut“: Trauer um Dr. Karl Quade

Dr. Karl Quade mit einer Trophäe bei den Paralympics in Rio de Janeiro. Er trägt kurzes, schütteres Haar und hat einen Dreitagebart. Er lächelt in die Kamera. Auf seiner hellen Jacke steht „GERMANY“.
Dr. Karl Quade bei den Paralympics in Rio de Janeiro  ·  Bild: DBS / Oliver Kremer

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) trauert um eine der prägendsten Persönlichkeiten des deutschen Para-Sports: Dr. Karl Quade ist am zweiten Weihnachtsfeiertag vergangenen Jahres im Alter von 71 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Der DBS verliert mit ihm einen seiner Vizepräsidenten, seinen langjährigen Chef de Mission, einen ehemaligen Athleten und Paralympics-Sieger und, wie der Verband mitteilt, einen „Gestalter mit Herzblut“, der den paralympischen Gedanken wie kaum ein anderer verkörpert habe.

Karl Quade nahm erstmals 1984 in New York an den Paralympics teil und war insgesamt bei 18 Spielen dabei – dreimal als Athlet, später als Chef de Mission des Teams Deutschland Paralympics. Als aktiver Sportler gehörte er der deutschen Nationalmannschaft im Standvolleyball an und gewann bei den Paralympics 1988 in Seoul die Goldmedaille.

Verbunden mit Sportlerinnen und Sportlern

Von 1995 an engagierte er sich mehr als 30 Jahre im Deutschen Behindertensportverband. Die Funktion des Chef de Mission übernahm er erstmals bei den Spielen in Atlanta und führte das deutsche Team seitdem, wie es im Nachruf heißt, mit großer Verantwortung, Empathie und sportlicher Expertise. Sein Wirken habe maßgeblich zur internationalen Anerkennung und Weiterentwicklung des Para-Sports beigetragen. Für seine Verdienste wurde Quade 2008 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Was Karl Quade besonders auszeichnete, war, so der Verband, seine Verbundenheit zu den Sportlerinnen und Sportlern. Der frühere Präsident und jetzige Ehrenpräsident des DBS, Friedhelm Julius Beucher, sagt zum Tod seines Weggefährten: „Dr. Karl Quade war weit mehr als ein Funktionär – als Gesicht und mit Herz hat er die Paralympische Bewegung in Deutschland maßgeblich mitgestaltet. Über drei Jahrzehnte sind wir diesen Weg gemeinsam gegangen. Dabei habe ich ihn als zutiefst menschlichen, den Athletinnen und Athleten stets zugewandten und unermüdlich engagierten Wegbegleiter erlebt. Sein Tod erschüttert mich tief – wir verlieren einen außergewöhnlichen Menschen mit einem einzigartigen Wissen, dessen Wirken uns Verpflichtung und Ansporn zugleich bleibt.“

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