Eröffnungsfeier ohne Team Deutschland

Anna-Lena Forster und Jörg Wedde. Im Hintergrund der Schriftzug "Team Deutschland - Fahnenträger-Duo".
Anna-Lena Forster und Jörg Wedde, das Fahnenträger-Duo  ·  Bild: DBS

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) äußert Kritik an der Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus zur Teilnahme an den Paralympics in Mailand und Cortina zuzulassen. Der Beschluss der IPC-Generalversammlung im September 2025 und das Urteil des Internationalen Sportgerichtshof CAS beinhalteten ausdrücklich keine Verpflichtung, Startplätze an diese Nationen zu vergeben, teilt der DBS mit. Die Entscheidung des IPC fordere die paralympische Bewegung in besonderem Maße heraus.

In Entscheidungsfindung involviert

Vor diesem Hintergrund wird das Team Deutschland Paralympics bei der Eröffnungsfeier der Paralympics am 6. März 2026 nicht am Einmarsch der Nationen in Verona teilnehmen. Es will damit seine solidarische Haltung gegenüber der ukrainischen Delegation zum Ausdruck bringen. An den sogenannten Pre-Recordings – den im Vorfeld aufgezeichneten Aufnahmen, die während der Eröffnungsfeier eingeblendet werden – wird das deutsche paralympische Team jedoch wie vorgesehen teilnehmen.

Der DBS betont, dass die Athletinnen und Athleten umfassend in die Entscheidungsfindung einbezogen wurden.

Kern der Idee bewahren

In einer Pressemitteilung schreibt der Verband, dass es angesichts der aktuellen Entwicklungen umso wichtiger sei, den Kern der paralympischen Idee zu bewahren: faire Wettkämpfe in einem friedlichen Umfeld. Paralympische Athletinnen und Athleten stünden für Mut, Entschlossenheit und die Bewältigung von Herausforderungen. Sie inspirierten Menschen weltweit.

Fahnen werden trotzdem geschwenkt

Anna-Lena Forster hält in beiden Händen vier Medaillen hoch. Sie trägt eine rote Mütze und lächelt.
Anna-Lena Forster präsentiert ihre Medaillen.  ·  Bild: DBS

Eine Fahnenträgerin und einen Fahnenträger wird es trotz der Nicht-Teilnahme beim Einmarsch der Nationen geben: Monoskifahrerin Anna-Lena Forster und Para-Eishockey-Ikone Jörg Wedde übernehmen diese Aufgabe für Team Deutschland Paralympics bei den Winterspielen 2026. Forster wird diese Aufgabe bereits zum zweiten Mal zuteil.

Forster findet es schade, dass die Sportlerinnen und Sportler diesmal nur in Videos zu sehen sind. „Ebenfalls schade finde ich, dass es nicht die Möglichkeit gibt, zumindest aus den Dörfern live zur Eröffnungsfeier zugeschaltet zu werden, wie es bei Olympia der Fall war“, meint sie. „Da haben es sich die Veranstalter bei den Paralympics deutlich einfacher gemacht.“

Videos statt live dabei

Jörg Wedde, der mit seinem Team die Paralympics in Mailand erleben wird, sagt: „Die Italiener machen gute Mode, aber die Eröffnungsfeier haben sie schlecht designed.“ Mit 60 Jahren ist er der älteste deutsche Teilnehmer bei den Winterspielen. „Ich bin niemand, der sich in den Vordergrund drängt und es hätten auch andere verdient, aber ich freue mich natürlich über diese Ehre“, betont Wedde. Er sei überraschend zu einem Meeting im Dorf gerufen worden. „Ich dachte erst, dass ich etwas verbrochen hätte“, berichtet Wedde lachend. Stattdessen gab es dir Mitteilung, dass er die Fahne schwenken darf. Das deutsche Para-Eishockey-Team hat sich nach 20 Jahren erstmals wieder für die Paralympics qualifiziert.

Bei der Eröffnungsfeier ist das deutsche Fahnenträger-Duo in Videos zu sehen. In den jeweiligen Dörfern hat es vorab Video-Aufzeichnungen der Teil-Mannschaften gegeben, die in die Eröffnungsfeier integriert werden.

Das ZDF überträgt die Eröffnungsfeier am Freitag, den 6. März ab 20 Uhr im Livestream und am Samstagmorgen als Zusammenfassung im Fernsehen.

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