Euro-Tandem-Tour für Inklusion
Sportlich unterwegs sein und dabei für Inklusion und Barrierefreiheit werben: Das ist das Ziel der Euro-Tandem-Tour 2026. Sehende Pilotinnen und Piloten und sehbeeinträchtigte Copilotinnen und -piloten radeln vom 30. August bis zum 5. September auf einer Route im Herzen Deutschlands.
Das Radeln zu zweit soll als Vorbild für gesellschaftliches Miteinander und soziale Teilhabe aller Menschen dienen. An den einzelnen Stationen will das Team Verantwortliche aus Politik und Gesellschaft für den Alltag mit einer Sehbehinderung sensibilisieren.
Es werden insgesamt etwa 700 Kilometer und 5.500 Höhenmeter zurückgelegt, pro Tag radeln die Tandems um die hundert Kilometer. Die Strecke führt diesmal von Frankfurt am Main über Marburg ins Sauerland, über Hagen weiter nach Bonn, Koblenz, Limburg und wieder nach Frankfurt.
Die HEM Schwerger-Stiftung aus Neuhausen auf den Fildern organisiert die Euro-Tandem-Tour seit 1998. Schirmherrin ist VdK-Präsidentin Verena Bentele.
Wer teilnehmen möchte, kann per E-Mail an euro-tandem-tour(at)web.de nach freien Plätzen fragen.
Zu weiteren Infos rund um die Euro Tandem Tour
Bundesteilhabepreis 2026: Schauspiel, Startups, Kita
Zum siebten Mal wurde während der Inklusionstage der Bundesteilhabepreis verliehen. Ausgerichtet werden die Inklusionstage und der Wettbewerb vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Der Bundesteilhabepreis prämiert jedes Jahr Projekte, die inklusiv, barrierefrei und nachhaltig sind und somit Vorbild sein können.
Thema war diesmal „Berufseinstieg inklusiv – Übergang von der beruflichen Bildung in den Arbeitsmarkt für junge Menschen mit Behinderungen“. Eingereicht wurden 119 Beiträge. Eine Fachjury wählte die nach ihrer Ansicht besten drei Projekte aus.
Den ersten Preis vergab sie an das Projekt „Rheinkompanie – professionelle Schauspielausbildung für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung“. Junge Menschen mit Behinderungen absolvieren an der Schauspielschule „Der Keller“ in Köln mit Menschen ohne Behinderungen eine professionelle Schauspielausbildung. Sie ist ausgerichtet auf den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt von Theater, Film- und Fernsehen. Das Projekt mache die Breite der Gesellschaft in diesen Bereichen sichtbar, heißt es zur Begründung. Es öffne Türen für eine Branche, die bislang kaum inklusiv agiert.
Der zweite Preis ging an das Projekt „inKlub Startup Mentoring Programm“, ebenfalls aus Köln. Junge Menschen mit Behinderung werden qualifiziert, ihre Geschäftsideen umzusetzen. Barrierefreie Rahmenbedingungen sollen es ihnen ermöglich, ihr unternehmerisches Potenzial zu entfalten.
Über den dritten Preis freuten sich die Beteiligten des Projekts „Inklusion leben“ – Menschen mit Beeinträchtigungen als Kita Assistenz“. Das Projekt aus Stuttgart qualifiziert Menschen mit Behinderungen zu Kita-Assistenzkräften. Ziel ist es, sie für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu qualifizieren. Das Konzept sei, so hieß es, auf andere soziale und pädagogische Arbeitsfelder übertragbar.
Adventskalender mit Hörbeiträgen für jeden Tag
„Was prägt meine Advents- oder Weihnachtszeit?“ Diese Frage steht im Mittelpunkt des diesjährigen Akustischen Advents- und Weihnachtskalenders des Katholischen Blindenwerks Ost (KBW).
Jeden Tag gibt ein Beitrag mögliche Antworten auf die Frage. Die Beiträge sollen anregen, selbst darüber nachzudenken, was die eigene Advents- und Weihnachtszeit prägt. Für die Sonntage und den Weihnachtstag stand der heilige Franziskus Pate, dem Weihnachten so wichtig war, dass die erste Krippengestaltung auf ihn zurückgeht. Zitate von ihm werden an diesen Tagen zu hören sein.
Der Adventskalender kann kostenfrei als CD bestellt oder über einen Liink heruntergeladen werden. Den Link erhalten Interessenten nach Anmeldung.
Bestellungen und Anmeldungen
Bestellungen oder Anmeldungen sind bis Ende Oktober zu richten an:
Geschäftsstelle KBW Ost e. V.
Abendleite 23, 09114 Chemnitz
Tel.: 03 71 / 4 93 99 84
E-Mail: info@kbw-ost.de
Rechercheratgeber für Opfer sexualisierter Gewalt
Die Unabhängige Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hat einen Rechercheratgeber veröffentlicht. Er soll Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend von sexualisierter Gewalt betroffen waren, helfen, eigenständig Akten zu finden und einzusehen.
Der Leitfaden klärt über Rechte, Herausforderungen und praktische Schritte auf. Ziel ist es, den Zugang zu Informationen bei Behörden und in Archiven zu erleichtern und Betroffene bei der Aufarbeitung zu unterstützen. Sie werden bei der Aktenrecherche nämlich häufig behindert, zum Beispiel, indem Akten zurückgehalten werden. Die Publikation enthält Informationen und Regelungen und beschreibt Probleme rund um das Thema Aktenrecherche.
Darüber hinaus soll der Ratgeber Forschende unterstützen, die sexualisierte Gewalt in Institutionen aufarbeiten wollen.
Der Rechercheratgeber steht als barrierefreies PDF bereit. Eine gedruckte Fassung gibt es nicht.
Präzisere Diagnosen durch KI-System
Forschende in den USA haben ein KI-gestütztes System zur Analyse augenmedizinischer Bilddaten entwickelt. Die Technologie namens OCTCube-M soll die Auswertung von Scans beschleunigen und Ärzte dabei unterstützen, bereits subtile Anzeichen von Augenerkrankungen frühzeitig zu erkennen.
OCTCube-M umfasst eine Familie von drei KI-Modellen. Diese sind darauf ausgelegt, dreidimensionale Netzhautaufnahmen und weitere augenmedizinische Bilddaten auszuwerten und zu interpretieren.
Die Untersuchungen zeigten, dass das neue KI-System acht verschiedene Netzhauterkrankungen – darunter die Altersbedingte Makuladegeneration – präziser erkennen konnte als bisherige Modelle. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im Fachjournal „Nature Biomedical Engineering” veröffentlicht.
Zehn Jahre tätig für Barrierefreiheit
Seit zehn Jahren gibt es die Bundesfachstelle Barrierefreiheit. Als zentrale Stelle sammelt sie systematisch bestehendes Wissen zur Barrierefreiheit, bereitet es auf und stellt es der Öffentlichkeit und Behörden zur Verfügung.
Über die Tätigkeiten der Bundesfachstelle berichtet zum Beispiel ihr Jahresreport 2025. Demzufolge gab es einen großen Beratungsbedarf zu Barrierefreiheit, besonders zum Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG).
Mitglieder des ABSV wählten neuen Vorstand
Der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin (ABSV) hat einen neuen Vorstand gewählt. Die Mitgliederversammlung traf sich im Juli. Die Mitgliederversammlung ist das wichtigste Organ des ABSV und fand in dieser Form erstmals nach der neuen Satzung statt. Sie löst das bisherige Delegiertenprinzip ab. Dadurch haben deutlich mehr Mitglieder die Möglichkeit, die Geschicke des Vereins direkt mitzubestimmen.
Für die fünf Positionen im neu zu wählenden Vorstand hatten sich acht Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl gestellt. Zum Vorsitzenden gewählt wurde Andreas Bethke, zu stellvertretenden Vorsitzenden Carola Müller und Dr. Dietrich Plückhahn. Weitere Vorstandsmitglieder sind Torsten Aue und Petra Berndt.
Inklusion im Sport: 75 Jahre DBS
Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) blickte im Juli auf seinen 75. Geburtstag zurück. Er verweist anlässlich des Jubiläums auf eine Studie der Aktion Mensch, derzufolge Sportvereine der größte Stellenwert beigemessen wird, wenn es um gesellschaftlichen Zusammenhalt geht.
Bis 1975 führte der Verband noch den Begriff „Versehrtensport“ im Namen. Neben dem Leistungssport engagiert sich der DBS auch im Breiten-, Präventions- und Rehabilitationssport.
Doch Untersuchungen zufolge treibt nicht einmal jeder zweite Mensch mit Behinderung in Deutschland Sport. DBS-Präsident Hans-Jörg Michels sieht den Grund dafür nicht am fehlenden Willen, sondern an den fehlenden Möglichkeiten. „17 Jahre nach der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention darf es keine Glückssache mehr sein, ob Menschen mit Behinderung Sport treiben können“, erklärt er. „Ziel muss es sein, dem Bewegungsmangel entgegenzuwirken.“ Die vielfältigen Barrieren, die Teilhabe am Sport derzeit noch verhindern, müssten abgebaut werden. Dafür habe der Verband in den vergangenen 75 Jahren gekämpft und darum werde er auch in Zukunft kämpfen.
„SportWoche für Alle“ im September
Zur Erinnerung: Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) lädt in diesem Jahr vom 19. bis zum 26. September wieder zur „SportWoche für Alle“ ein.
Vereine aus den Landes- und Fachverbänden des DBS bieten eine Woche lang die Möglichkeit, sich sportlich auszuprobieren – von klassischen Behindertensportarten wie Goalball über inklusive Sportarten bis hin zu Disziplinen des Deutschen Sportabzeichens.
Menschen mit und ohne Behinderung jeglichen Alters aus ganz Deutschland können kostenlos im Sinne der „offenen Vereinstür“ in die jeweiligen Angebote hineinschnuppern.