Beraten und beschlossen: Start in 2026

· Silvia Hame

Das DBSV-Präsidium hat sich in seinen Sitzungen am 27. und 28. November 2025 in Berlin und am 29. Januar 2026 virtuell unter anderem mit folgenden Themen befasst.

Antragsstopp und -stau bei der Aktion Mensch

Die Aktion Mensch hat im September 2025 einen Antragsstopp für Projektförderungen festgelegt. Zudem sind die Bearbeitungszeiten für im Vorjahr gestellte Anträge stark gestiegen. Da viele laufende DBSV-Projekte von der Aktion Mensch gefördert werden, prüft der Verband nun andere Antragsmöglichkeiten, denn es hängen Anschlussfinanzierungen und teilweise auch Personalstellen davon ab.

Neue Fördermöglichkeiten zu finden wird insofern erschwert, dass auch viele andere Akteure, die bisher von der Aktion Mensch Förderungen erhalten haben, auf Alternativen ausweichen müssen.

Das Präsidium hofft, dass Aktion Mensch den Antragsstau bald bewältigen und neue Anträge annehmen kann.

Aktivitäten rund um Blickpunkt Auge

Zum Bereich „Blickpunkt Auge“ (BPA) gehört nicht nur die Beratung von sehbeeinträchtigten Menschen und Augenpatientinnen und -patienten. Es wurden darüber hinaus verschiedene Aktivitäten durchgeführt. Die Präsenzweiterbildung „Berufliche Teilhabe“ vom 13. bis 15. November besuchten im vergangenen Jahr 25 Teilnehmende aus zwölf Regionen. Des Weiteren wurden elf Zertifikate für Blickpunkt-Auge-Beraterinnen und -Berater ausgestellt. Zahlreiche Veranstaltungen im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit wurden besucht.

In der Zeitung „Die Welt“ vom 14. November gab es einen halbseitigen Artikel zum Thema Menschen mit Diabetes und Sehverlust in der Beilage „Diabetes“, der eine hohe Reichweite hatte. So konnten viele Menschen über das Beratungsangebot BPA informiert werden.

Sehbehindertentag zu Touchscreens wirkt nach

„Touchscreens“ war das Thema des Sehbehindertentages im Vorjahr. Ein nachhaltiges Ergebnis der durchgeführten Aktivitäten ist die Zusammenarbeit mit der Restaurantkette Peter Pane in Schleswig-Holstein, woraus auch eine großzügige Spende an den DBSV entstand.

Die vom Gemeinsamer Fachausschuss für die Belange Sehbehinderter (FBS) erstellten Tipps für lesbare Präsentationen wurden bereits über die Verteiler des Digitalkompasses versendet und gehen noch in diesem Jahr an den Runden Tisch der Berliner Hochschulen.

Shortcuts-Adventskalender über WhatsApp-Kanal

In Zusammenarbeit mit Rose Jokic und Markus Ertl vom DBSV-Referat „Digitale Barrierefreiheit“ hatte das Social-Media-Team im vergangenen Jahr einen Adventskalender mit nützlichen Tastenkombinationen (Shortcuts) über den WhatsApp-Kanal des DBSV veröffentlicht. Die dort aufgeführten Shortcuts wurden zusammengefasst als Beitrag in den Sichtweisen veröffentlicht.

Durch die Aktion hat sich die Abonnentenzahl des DBSV-Kanals mehr als verdoppelt, viele positive Reaktionen gingen per E-Mail ein. Künftig wird es monatliche Posts zu Shortcuts geben.

Zum DBSV-WhatsApp-Kanal

Braille 200: Rückblick und Ausblick auf das Jubiläum

Der Braille-200-Newsletter wird sporadisch mit Beiträgen rund um die Brailleschrift fortgeführt, nachdem es im Jubiläumsjahr 2025 täglich Beiträge gab.

Im Punktum-Projekt wurden im Zeitraum von fünf Jahren bisher in sechs Seminaren etwa hundert Braille-Lehrkräfte geschult. darunter Lehrpersonal an Schulen und Reha-Einrichtungen, LPF-Lehrerinnen und viele Braille-Nutzende. Wer Braille lernen möchte, kann sich an eine von 60 gelisteten und nach Postleitzahl sortierten Lehrkräften wenden.

Die Nachfrage nach Braillefernkursen ist groß. Am 27. Januar startete ein Braille-Fernkurs mit acht Teilnehmenden. Wegen des großen Interesses werden eventuell zwei weitere Kurse angeboten.

Der DBSV und der VBS organisieren gemeinsam eine Tagung zu Braille-Unterricht vom 6. bis 8. Februar in Bonn.

Zur Liste der Braille-Lehrenden

Braille als immaterielles Kulturerbe vorgeschlagen

Die Brailleschrift ist seit März 2020 als immaterielles Kulturerbe in Deutschland anerkannt. Nun möchten sich Frankreich und Deutschland gemeinsam um die Aufnahme der lebendigen Braille-Kultur in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO bewerben. Der Titel der Nominierung lautet „Braille: Lesen und Schreiben durch Tasten“. Dazu bittet DBSV-Sozialreferent Reiner Delgado sowohl Einzelpersonen als auch Organisationen um ein Unterstützungsschreiben. Er benötigt es spätestens bis zum 27. Februar.

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